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Auf dem Lunchsymposium „Lachgasanalgesie im Kreißsaal“ im Rahmen der 1. Mitteldeutschen Perinataltagung (MiPeTa) in Magdeburg wurden unter dem Vorsitz von Dr. Babett Ramsauer (Berlin) die derzeitigen Standards der Schmerzbehandlung während der Geburt sowie die aktuelle Datenlage diskutiert.
Oberschleißheim, 12.1.2015 - Nach einer kurzen Einführung zu den individuellen Unterschieden beim Schmerzempfinden sowie der Schmerzverarbeitung, informierte Dr. Babett Ramsauer (Berlin) über die Eigenschaften der inhalativen Analgesie: „Das Gasgemisch LIVOPAN® setzt sich aus 50% Lachgas und 50% Sauerstoff zusammen. Seine analgetische Wirkung schaltet den Geburtsschmerz nicht vollständig aus, sondern nimmt vielmehr den Wehen die Spitzen, so dass der Schmerz noch gespürt, aber deutlich gelindert wird.“ Erfahrungsgemäß wird die Applikation über eine Maske, welche die Gebärende selbst hält, von den Frauen sehr gut angenommen. Zudem kann die Dosierung selbstständig durch die Atemtiefe beeinflusst werden. „Das gibt den Frauen Selbstkontrolle, was für viele sehr wichtig ist“, erläuterte Ramsauer. Das ausgeatmete Gas soll möglichst in die Maske zurück geatmet und über eine Absauganlage abgeleitet werden, damit insbesondere das Personal nicht unnötig dem Lachgas ausgesetzt wird. Von Vorteil ist das schnelle Anfluten des Gases, wodurch das Lachgas-Sauerstoff-Gemisch auch kurzfristig z.B. bei schnell verlaufenden Geburten eingesetzt werden kann. Nach Absetzen der Inhalation klingt die Wirkung innerhalb von etwa drei Minuten wieder vollständig ab. Bei einer kurzen Anwendungsdauer von bis zu 6 Stunden kann LIVOPAN® ohne hämatologisches Monitoring bei Patienten ohne Risikofaktoren eingesetzt werden, da es zu keiner klinisch relevanten Beeinflussung des Folsäurehaushalts und des Vitamin B12-Stoffwechsels kommt. „Wichtig ist, dass das Lachgas-Sauerstoff-Gemisch schon vor Beginn der jeweiligen Wehe eingeatmet wird, da die volle analgetische Wirkung erst nach etwa 30 Sekunden bis drei Minuten eintritt. Der rechtzeitige Beginn der Inhalation ist daher entscheidend, um eine maximal wirksame Analgesie am Höhepunkt der Wehe zu erreichen“, erklärte Ramsauer abschließend.
Dr. Sven Seeger (Halle) berichtete daraufhin von seinen Erfahrungen mit der Schmerztherapie im Kreißsaal: „Eine adäquate Schmerztherapie während der Geburt ist wichtig; es ist sogar eine gesellschaftspolitische Aufgabe, wenn wir die Kinderrate hoch halten oder sogar weiter steigern möchten. Jede Frau soll selbstbestimmt eine Schmerztherapie wählen oder auch darauf verzichten können.“ Auch kulturelle oder religiöse Besonderheiten sollten dabei von den Geburtshelfern, so weit medizinisch möglich, respektiert und berücksichtigt werden.
Die PDA – der unangefochtene Goldstandard?
Opiate bringen laut Seeger mit Berufung auf eine Cochrane-Analyse von Jones et al. 2012*, welche die Wirksamkeit verschiedener Schmerztherapien während der Geburt auswertet, keine signifikante Schmerzlinderung und eignen sich daher nicht als Schmerztherapie bei Geburtsschmerzen. Sie sind vielmehr zu anderen Zwecken, wie z.B. zur Verkürzung der Eröffnungsphase einzusetzen.
Laut der Cochrane-Analyse zeigt sich bei der PDA, ausgehend von einer Schmerzskala von 0 bis 10, eine durchschnittliche Schmerzlinderung um 3,36 Schmerzpunkten, was eine signifikante Linderung darstellt. Ein Nachteil der PDA kann jedoch die mögliche Einschränkung in der Mobilität der Gebärenden sein. Auch eine Wannengeburt ist leider aufgrund der Invasivität der Methode ausgeschlossen.
In seiner Einschätzung der Schmerztherapien unter der Geburt ging Seeger auch auf den Cochrane Review von Klomp et al. 2012** ein. Darin werden zur inhalativen Analgesie neun Studien mit insgesamt 1.500 Teilnehmerinnen ausgewertet, welche die Wirkung von Lachgas-Sauerstoff-Gemischen mit Placebo oder keiner Schmerztherapie verglichen haben. Hier zeigte sich auf der Schmerzskala eine Linderung von -3,5 Schmerzpunkten. Dies spricht Lachgas im Vergleich zur PDA eine gleichwertige Schmerzreduktion zu. Seeger ergänzte: „Meiner Meinung nach reduziert eine gut sitzende PDA den Schmerz schon stärker als die inhalative Lachgas-Analgesie, allerdings müssen insgesamt die im Klinikalltag immer wieder vorkommenden schlecht oder nur einseitig wirkenden PDAs berücksichtigt werden.“ Bei bis zu 10% der Frauen treten Nebenwirkungen wie Schwindel, Benommenheit, Euphorie, Übelkeit oder Erbrechen auf welche aber durch das schnelle Abfluten des Gases innerhalb weniger Minuten nach Absetzen der Maske wieder verschwinden. Die fixe 50:50 Mischung aus Lachgas und Sauerstoff reicht bezüglich der analgetischen Wirkung völlig aus. Auch Klomp verweist auf Studien, die zeigen, dass durch eine Dosissteigerung des Lachgases (bis 70%) keine Wirkungssteigerung feststellbar ist. Lediglich die Nebenwirkungen treten bei höheren Konzentrationen häufiger und stärker auf.
Seeger beschrieb im Anschluss eigene aktuelle Erhebungen, die am Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle in den letzten 1½ Jahren mit 265 Frauen durchgeführt wurden: „Vor der Anwendung von LIVOPAN® gaben die Frauen durchschnittlich 8,6 Schmerzpunkte auf der Skala an, unter der Lachgas-Analgesie noch 5,5 Punkte. Das ist eine Reduktion von -3,1 Schmerzpunkten, was in etwa den Cochrane-Ergebnissen entspricht.“ Bei 62% der Frauen wurde eine Linderung von -3,0 oder mehr Schmerzstufen erreicht, 26% erlebten eine Linderung von etwa -2,0 Schmerzpunkten. Nur 7% verspürten keinen Effekt – „wobei hier auch die Frauen erfasst sind, die mit dem System nicht zurecht kamen und die Anwendung bereits nach wenigen Minuten abbrachen“, erklärte Seeger. „Wir verwenden LIVOPAN® auch postpartal zur Versorgung von Geburtsverletzungen – immer zusammen mit einer Lokalanästhesie und vor allem dann, wenn die Frau bereits während der Geburt Lachgas erhalten hat“, berichtete Seeger abschließend.
LIVOPAN® stellt den Referenten nach eine gute Alternative zur PDA dar und eignet sich auch zur Überbrückung, wenn eine PDA nicht sofort gesetzt werden kann, oder in der Austreibungsphase, wenn es für eine PDA bereits zu spät ist.
LIVOPAN® darf von geschulten Hebammen selbstständig angewendet werden, so dass kein Anästhesist anwesend sein muss. Das mobile Therapiesystem mit dem gebrauchsfertigen Gasgemisch ist bei Bedarf schnell verfügbar. Durch das nicht veränderbare Mischungsverhältnis von 50% Lachgas und 50% Sauerstoff werden Fehler in der Anwendung minimiert. Vorteilhaft sind die gute Verträglichkeit für Mutter und Kind (kein veränderter APGAR-Score) sowie die minimalen kardiovaskulären Auswirkungen. In Ländern wie England, Finnland und Australien sind Fertiggemische aus äquimolarem Lachgas und Sauerstoff neben der PDA in der Geburtshilfe bereits seit Jahrzehnten Standard.
Über Linde Healthcare Deutschland
Linde Healthcare Deutschland ist einer der führenden Anbieter für die Arzneimittelversorgung mit Gasen, dazugehörigen Medizinprodukten und für die Versorgung von Patienten zu Hause sowie in spezialisierten Beatmungspflege-Centern. Linde Healthcare vereint die Bereiche Homecare und Hospital Care der Linde Gas Therapeutics GmbH sowie das Beatmungspflegekonzept REMEO® der Linde Remeo Deutschland GmbH. In allen Bereichen stehen Sicherheit, Qualität und Innovation der Therapien und Dienstleistungen im Vordergrund. Linde Healthcare Deutschland umfasst rund 700 Mitarbeiter und ist Teil der globalen Geschäftseinheit Healthcare der Linde Group.
Linde Gas Therapeutics GmbH und Linde Remeo Deutschland GmbH sind Konzerngesellschaften der Linde Group.
Weitere Informationen unter www.linde-healthcare.de.
Über The Linde Group
The Linde Group hat im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von 16,655 Mrd. EUR erzielt und ist damit das größte Gase- und Engineeringunternehmen der Welt. Mit rund 63.500 Mitarbeitern ist Linde in mehr als 100 Ländern vertreten. Die Strategie des Unternehmens ist auf ertragsorientiertes und nachhaltiges Wachstum ausgerichtet. Der gezielte Ausbau des internationalen Geschäfts mit zukunftsweisenden Produkten und Dienstleistungen steht dabei im Mittelpunkt. Linde handelt verantwortlich gegenüber Aktionären, Geschäftspartnern, Mitarbeitern, der Gesellschaft und der Umwelt – weltweit, in jedem Geschäftsbereich, jeder Region und an jedem Standort. Linde entwickelt Technologien und Produkte, die Kundennutzen mit einem Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung verbinden.
Weitere Informationen über The Linde Group finden Sie online unter www.linde.com
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*Jones L et al. Pain management for women in labour: an overview of systematic reviews. Cochrane Database Syst Rev 2012; 3; CD009234
** Klomp T, van Poppel M, Jones L, Lazet J, Di Nisio M, Lagro-Janssen ALM. Inhaled analgesia for pain management in labour. Cochrane Database of Systematic Reviews 2012, Issue 9. Art. No.: CD009351.